Nur noch wenig Zeit bis zum Examen
So ganz genau weiß ich es nicht mehr, aber ich kam einige Monate vor dem Examen doch noch in den Kreißsaal.
Niemals würde ich in einer Hebammenschule arbeiten schwor ich mir. Das habe ich auch eingehalten. Okay, schwer war es nicht, weil ich kein Einserexamen gemacht habe.
Die Oberhebamme war ein gute Freundin der Schulleiterin, und entsprechend wurde ich behandelt. Allerdings hatte die ja nicht Dauerdienst, und es gab auch nette Hebammen, die mich zum Zug kommen ließen.
So bekam ich doch noch mehr als die erforderlichen Geburten.
Nur stellte ich dann zu meinen größten Erschrecken fest, dass ich schwanger war……..achdusch..mit 19!!!!
Ich will hier nicht beschreiben, ich welche Konflikte mich das stürzte.
Durch meine erste Station hatte ich Frauen an Hinterhofabtreibungen sterben sehen. Neee……darauf hatte ich un wirklich keinen Bock.
Die Gesetzeslage war ganz anders, und um ins Ausland zu fahren, hatte ich kein Geld. Zu diesen Zeiten waren viele Frauen in holländischen oder englischen Krankenhäusern….
Ohmann und mir war sowas von üüüüüüüüüüübel…..Leider brachte diese Tatsache mit sich, dass zunächst meine Zimmergenossinen Verdacht schöpften.
Ich machte zuerst mal die Augen zu und hoffte, es stimme nicht.
Dann wurde ich im Nachtdienst mit der Obertrude für eine Wache auf der Radiumstion eingeteilt.
Sowieso unverantwortlich…so junge Frauen einer solchen Strahlenbelastung auzusetzen. In diesem Moment wurde ich seeeeeehr schwanger, und habe mich geweigert den Dienst zu übernehmen.
Mir wurde entgegengehalten, das könne ja jeder sagen, und ich hätte eine Bescheiningung zu bringen. Das hatte ich nicht vor. Die Prüfungen waren weit vor dem Mutterschutz, und ich wollte auch weiter alle Dienste mitmachen.
Wenn ich bisher gedacht hatte, ein schweres Leben zu haben, wurde ich eine Besseren belehrt. Es gab noch Steigerungen.
