Zukunftspläne
In der Schwangerschaft hatte ich sehr viel Zeit zum Nachdenken. Meine Verwandtschaft auch. Um mich herum wurden diverse Pläne geschmiedet, aber mich fragte weiter keiner.
Rückblickend war ich noch ein Kind, aber ich bekam ein Baby. Hin und her gerissen zwischen Wunsch und Wirklichkeit saß ich da. Wir waren das, was man heute ein Patchworkfamilie nennt. Die Familien meiner beiden Mütter, waren dermaßen unterschiedlich geprägt, dass ich immer für einen Teil von ihnen etwas falsch machte. Nun wohnte ich aber bei der “richtigen” Familie, hörte nichts von meinem Vater, den Geschwistern und auch nicht von seiner Frau.
Also fühlte ich mich ihnen verplichtet. Unterschwellig wurde auch tagtäglich daür gesorgt, dass ich nie vergaß wie dankbar ich zu sein hatte.
Im Haus meiner Oma wurde eine Dachwohnung frei. Sie war möbliert und dort sollte ich einziehen. Dieses Haus war damals schon uralt, kalt und feucht. Es gab einen Kohleofen, der ständig ausging. Im Winter hatte man Eiszapfen am Fenster und im Sommer ging man da oben ein.
Meine Oma war zunächst nur mäßig begeistert.
Und ich? Horror! Mir standen die Haare zu Berge!!
Ich hasste damals schon Abhängigkeiten.
Also plante ich alleine vor mich hin. Im Februar war der Errechnete Termin. Im März wurde die Wohnung frei, und ich ergab mich zunächst meinem Schicksal.
Nunja, nicht so ganz, denn ein Anruf in einem der Krankenhäuser öffnete mir eine winzige Tür. Sie suchten dringend eine Hebamme. Allerdings viel früher, sofort und am besten gestern.
Trotzdem schwebte ich auf Wolken, soweit es mit dickem Bauch möglich war. Meine Hoffnung war, dass in diesem alten Gemäuer so schnell keine Kollegin arbeiten wollen würde. Eine kleine Stadt am Rande der Ruhrgebiets war und ist sicher auch nicht sonderlich attraktiv.
Blieb noch das neue Haus. in dem ich mein Kind bekommen wollte.

April 2nd, 2010 at 10:10
Mich würde sehr interessieren welche kleine Stadt am Rande des Ruhrgebiets das ist…..
Oder war?
April 3rd, 2010 at 07:29
Hallo
die Krankenhäuser sind in Unna.
Gruß