„MEHR Männer in Kitas“:

Am 4. November präsentierten sich die ESF-Modellprojekte „MEHR Männer in Kitas“ erstmals dem interessierten Publikum. Trotz des gleichen Ziels, mehr Männer für den Beruf des Erziehers zu gewinnen, könnten die Ansätze, mit denen dieses Ziel erreicht werden soll, kaum vielfältiger sein.

 

Bundesweite Internetplattform: Das Nürnberger Modellprojekt stellte eine bundesweite Internetplattform vor, über die sich Männer unabhängig von Ort und Zeit mit Kollegen austauschen können. Sie wird noch dieses Jahr frei geschaltet. Themen wie Gender, männliche Identität oder Generalverdacht sollen hier von (angehenden) Erziehern diskutiert werden. Auch gemeinsame Positionspapiere der beteiligten Erzieher sollen auf der Plattform entstehen, wo sie dann veröffentlicht und der allgemeinen Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Inhaltlich begleitet und co-moderiert werden die Nutzer von Prof. Dr. Roland Bader von der Hochschule HAWK Hildesheim/Holzminden/Göttingen. Weitere Informationen unter www.mehrmik.de
Online-Mentoring: Ein Online-Mentoring bietet das Modellprojekt in Hessen und Nassau an. Erzieher in der Berufsanfangsphase, Praktikanten, FSJler oder Umschüler werden von erfahrenen Erziehern und Erzieherinnen persönlich und fachlich begleitet. Thema der Gespräche wird auch die Rolle als Mann in einer Kita sein. Durch diese Begleitung sollen die Kitas ihre männlichen Mitarbeiter dauerhaft halten und sie auf eine geschlechtersensible Pädagogik vorbereiten.
Weitere Informationen unter www.mikitas.de/index.php/projektbausteine/online-mentoring.html
Männer-Mobil: Das Modellprojekt im Westlichen Westfalen setzt auf ein Männer-Mobil, mit dem sie auf Tour geht und Schulen, Vereine, Veranstaltungen und öffentliche Plätze anfährt. Über das „Kontakthalteprogramm“ werden sich interessierte Jungen regelmäßig über ihre Erfahrungen austauschen. Weitere Informationen unter www.awo-en.de/MiK/maemo.htm
Schulbus: Mobilität steht auch im Vordergrund des länderübergreifenden Modellprojekts. Mit einem amerikanischen Schulbus sorgten sie bereits bei der „Taufe“ am 4. November für Aufsehen. Der Bus selbst ist mit vielfältigem Material zum Thema Berufsfindung und Gender ausgestattet und greift das Thema spielerisch, beispielsweise mit einer Quizshow, auf. www.bage.de/schoolbus/
Multimediale Kampagne „Vielfalt, Mann! Dein Talent für Hamburger Kitas.“: In der letzten Woche startete das Hamburger Modellprojekt eine multimediale Kampagne „Vielfalt, Mann! Dein Talent für Hamburger Kitas.“ Jungen werden in der Phase der Berufsorientierung über die Vorteile des Erzieherberufs informiert. Parallel dazu gibt es in den nächsten Monaten umfangreiche Aktionen, um das Berufsbild und die Arbeitsbedingungen zu verbessen. Ziel: Männer sollen vielfältig in den Kita-Alltag involviert und in Kita-Frauenteams erfolgreich integriert werden. Vielfalt steht auch auf den zur Kampagne gehörenden Plakaten im Vordergrund. Hier wird an die Talente appelliert, die Erzieher in die Kitas einbringen können: Künstler, Vorleser, Spieleentwickler und Rennfahrer sind genauso gefragt wie Trostspender, Philosophen, Clowns und Streitschlichter. Die interessierten Männer werden aufgefordert: „Sei alles, werde Erzieher!“. Weitere Informationen unter www.vielfalt-mann.de
Duale Ausbildung: Das Stuttgarter Modellprojekt entwickelt ein Konzept für eine duale Erzieher(innen)ausbildung, das ab Sommer 2012 erprobt wird. Theorie und Praxis wechseln sich im dreimonatigen Rhythmus ab, das Anerkennungsjahr ist integriert.
„Genderkoffer“: Das Wiesbadener Modellprojekt hat einen „Genderkoffer“ mit Materialien und Methoden zum Thema „Gender in der Kita“ entwickelt. Darin enthalten sind thematisch passende Kinderbücher, Spiele und Informationen für Erzieherinnen und Erzieher, aber auch für Mütter und Väter. Der „Genderkoffer“ wird jeder der am Verbund beteiligten Kindertagesstätten zur Verfügung gestellt. Dort wird er dann erprobt. Die Inhalte werden anschließend auf der Webseite zur Verfügung gestellt – so dass jede Wiesbadener Kita einen eigenen Genderkoffer erstellen kann.
Bildungsangebote, Kita als sicherer Ort: Bildungsangebote wie Seminare, Arbeitskreise und Fortbildungen für Fachkräfte, Eltern und Jungen bilden einen Schwerpunkt des Berliner Modellprojekts. Gemeinsam mit Fachleuten arbeitet es beispielsweise gerade am Konzept „Kita als sicherer Ort“, das ein Schutzkonzept für Kinder in Kitas und den Generalverdacht gegenüber Männern bezüglich sexuellen Missbrauchs behandelt. Ende November wird es ein zweitägiges Orientierungsseminar für Männer geben, bei dem sich die Teilnehmer über Ausbildung, Perspektiven, Hintergründe und Motive austauschen können. Weitere Informationen unter www.mann-macht-erziehung.de/
Veranstaltungen: Im Rahmen des Modellprogramms wird es in nächster Zeit weitere Veranstaltungen zu verschiedenen Aspekten des Themas geben. Ende November lädt das Nürnberger Modellprojekt zum Fachforum „Geschlechterdynamik in gemischten Teams – Herausforderung für Beratung und Begleitung“ ein. Anfang Dezember treffen sich Mitarbeiter/innen der Modellprojekte aus Berlin, Erfurt, Hamburg und Stendal zu einem Workshop, in dem ein Schutzkonzept für Kinder in Kitas entwickelt werden soll. Weitere Informationen unter www.koordination-maennerinkitas.de/Kalender
Dies sind nur einige, nicht vollständige Eindrücke aus der Arbeit der Modellprojekte. Mehr erfahren Sie auf unserer Website und auf den Websites der Modellprojekte. www.koordination-maennerinkitas.de/modellprojekte

Quelle: Newsletter der Koordinationsstelle „Männer in Kitas“ vom 14.11.2011

This entry was posted on Freitag, November 18th, 2011 at 10:28 and is filed under Kleinkinder, Sonstiges. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.

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