Archive for Februar, 2012

 

Castingshows beeinflussen Körperideal von Mädchen

Castingshows wie „Germany´s Next Topmodel“ beeinflussen das Körperbild von Jugendlichen, insbesondere von Mädchen, wie eine neue Studie zeigt. Demnach empfinden sich viele Mädchen und junge Frauen, die derartige Shows verfolgen, als zu dick. Damit könnten Castingshows die Tendenz zu Essstörungen wie etwa Magersucht oder Bulimie verstärken, mahnt die Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie (DGPM).

Diese gefährlichen Essstörungen entwickeln hauptsächlich Mädchen und junge Frauen. Die Fachgesellschaft weist darauf hin, dass etwa eine Magersucht ohne fachgerechte Therapie schnell chronifizieren kann und sowohl die seelische als auch die körperliche Gesundheit schwer schädigt.
Castingshows wie „Germany’s Next Topmodel“ (GNTM) sind gerade bei Kindern und Jugendlichen sehr beliebt. Einige dieser Sendungen verfolgen mehr als 62 Prozent der Heranwachsenden zwischen zwölf und 17 Jahren. Eine neue Studie deutet darauf hin, dass GNTM bei Mädchen die Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper steigert. In der Untersuchung des Internationalen Zentralinstituts für das Jugend- und Bildungsfernsehen (IZI) des Bayerischen Rundfunks befragten Forscherinnen Mädchen, die regelmäßig GNTM sahen.

Das Resultat: Die Gefühle vieler Befragten schwankten zwischen Bewunderung und Neid. „Alle, die da sind, haben so eine tolle Figur, das gibt mir Anreize abzunehmen“, gab eine 14-Jährige an. Eine 15-Jährige meinte: „Dann denk’ ich mir meist, warum ich nicht so dünn bin.“ Und schon eine Elfjährige fand ihren Bauch und ihre Beine zu dick, weil Topmodels ja schlank sein müssten.
„Wenn Mädchen sich trotz normalen Gewichts als zu dick empfinden, sind sie anfälliger für eine Essstörung wie Anorexia nervosa oder Bulimia nervosa“, betont Professor Dr. med. Stephan Herpertz von der DGPM. Studien zufolge leiden in Deutschland an Magersucht, Anorexie genannt, bis zu 0,8 Prozent und an Bulimie drei Prozent der jungen Frauen zwischen 14 und 20 Jahren. Dabei schränken Betroffene mit Magersucht ihre Nahrungsaufnahme stark ein oder reduzieren ihr Gewicht aktiv durch Erbrechen, exzessiven Sport oder die Einnahme von Abführmitteln. Junge Frauen mit Bulimie streben ebenfalls ein Gewicht an, das ihnen ständiges Fasten auferlegt. Sie haben jedoch gleichzeitig die Kontrolle über ihr Essverhalten verloren und ein Teufelskreis zwischen übermäßigem Essen, Erbrechen und Fasten entsteht. Beide Essstörungen können schwerwiegende seelische wie auch körperliche Schäden zur Folge haben. So w irkt sich die Magersucht beispielsweise negativ auf die Knochendichte, das Längenwachstum und die Hirnreifung aus. An dieser Krankheit sterben etwa zwölf Prozent der Betroffenen.
„Essstörungen wie Anorexie haben gravierende Folgen für die Gesellschaft“, gibt Professor Herpertz von der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie des Universitätsklinikums Bochum zu bedenken. „Denn sie betreffen fast ausschließlich junge Menschen und beeinträchtigen sowohl deren gesundheitliche als auch berufliche Entwicklung.“ Bei der Behandlung der Patienten rät die Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie (DGPM) in einer aktuellen S3-Leitlinie vor allem zu einer Psychotherapie, die speziell auf die jeweilige Essstörung ausgerichtet ist. „Sie soll das Essverhalten wieder normalisieren und die mit der Krankheit verbundenen seelischen Probleme lösen. Der Heilungserfolg bei der Anorexie liegt lediglich bei etwa der Hälfte der Patientinnen“, erläutert der Sprecher der Leitlinie. Selbst bei günstigem Verlauf sei dies ei n langwieriger Prozess, der oft eine stationäre Behandlung erfordere.
In jedem Fall sollte eine Chronifizierung der Magersucht oder Bulimie unbedingt vermieden werden. Wichtigster Hinweis bei der Magersucht ist das stetig sinkende Körpergewicht: Bei Kindern und Jugendlichen ist ein Unterschreiten der zehnten Body-Mass-Index (BMI) Altersperzentile kritisch. Gewicht, Größe und Geschlecht berücksichtigt, würde das bedeuten, dass mehr als 90 Prozent der Gleichaltrigen mehr wiegen als der Betroffene. Die verzerrte Wahrnehmung des eigenen Körpers als zu dick trotz objektivem Untergewicht ist ein weiteres wichtiges Warnzeichen sowohl für Magersucht wie auch Bulimie. „GNTM hat sicherlich ein nicht zu unterschätzendes Gefährdungspotenzial für junge Frauen und ein öffentlicher Diskurs wäre wichtig“, ergänzt Professor Herpertz.

Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie (DGPM) vom Februar 2012

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Deutsches Kinderhilfswerk sucht

„Eine gesunde Ernährung und Bewegung sind die wesentlichen Grundlagen für ein gesundes Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen. Dabei ist das Ernährungsverhalten ein zentraler Bestandteil eines gesunden Lebensstils. Dieser wird wesentlich im Kindesalter erlernt und gebildet. Die hier erworbenen Ernährungsmuster behalten Kinder und Jugendliche oft ein Leben lang“, betont die Bundesgeschäftsführerin des Deutschen Kinderhilfswerkes, Dr. Heide-Rose Brückner. „Die zwölf besten Ernährungsprojekte nehmen an einem kostenlosen Qualifizierungsworkshop mit dem bekannten Vegankoch Björn Moschinski im Mai 2012 in Berlin teil. Der Workshop dient der Qualifizierung, der Vernetzung und dem Austausch der Koch- und Ernährungsprojekte“ so Brückner weiter.

In Deutschland gibt es Koch- und Ernährungsprojekte in Schulen, Kindergärten, Kinderhäusern und Jugendeinrichtungen, die sich engagiert dafür einsetzen, dass Kinder lernen, zu kochen und sich ausreichend und gesund zu ernähren. Das Deutsche Kinderhilfswerk ruft bundesweit diese Projekte auf, sich an der Ausschreibung zu beteiligen. Das Programm findet in Kooperation mit der Albert Schweizer Stiftung für unsere Mitwelt statt und wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Die Schirmherrschaft hat der Modedesigner und Botschafter des Deutschen Kinderhilfswerkes, Harald Glöckler übernommen.
Beim Workshop im Mai 2012 werden in Arbeitsgruppen die u.a. die Themen „Ausgewogene Ernährung für Kinder“ und „Kochen mit kulturellem Hintergrund“ diskutiert. Alle Projektkosten (Reise- und Übernachtungskosten/Wareneinsatz) werden vom Deutschen Kinderhilfswerk übernommen. In einem Jahreskalender 2013 werden Fotos und Kochrezepte der prämierten Projekte veröffentlicht. Außerdem erhalten die zwölf Nominierten 500 Euro für den Kauf von Küchenequipment.
Für interessierte Projekte steht unter www.dkhw.de ein Bewerbungsformular bereit. Ergänzend können Plakate oder dokumentierende Fotos oder auch andere Medien eingereicht werden – der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Die Beiträge sind bis zum 5. März 2012 einzureichen.

Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Kinderhilfswerkes vom 3.2.2012

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Berliner Kinderschutzbund fordert

Anlässlich des „Safer Internet Days“ am 7. Februar 2012 fordert der Berliner Kinderschutzbund von den Betreibern sozialer Netzwerke endlich weitergehende Maßnahmen zum Schutz von minderjährigen Nutzern.
So sollte beispielsweise bei neu angelegten Profilen eine altersgerechte Aufklärung über Chancen und Risiken der Veröffentlichung privater Inhalte verpflichtend sein, fordert der Medienexperte des Berliner Kinderschutzbundes, Christoph Thiel. „Darüber hinaus wäre es sinnvoll, einmalig einen Warnhinweis beim Teilen von Inhalten mit einem größeren Benutzerkreis als dem der eigenen Freunde auszugegeben und Kinder und Jugendliche nicht mehr zur Herausgabe ihres Mail-Passwortes aufzufordern“, sagte Christoph Thiel weiter.
Der Kinderschutzbund befürchtet, dass Kinder und Jugendliche zunehmend in eine virtuelle Lebenswelt hineinwachsen, in der ihnen eine engmaschigere Vernetzung mit sogenannten „Freunden“ vorgegaukelt wird, als sie in der Realität tatsächlich stattfindet. „Außerdem sollen sie bei Facebook und Co. sukzessive an die Normalität gewöhnt werden, ständig und überall preiszugeben, wo sie gerade mit wem unterwegs sind und was sie denken oder tun. Das ist definitiv nicht im Sinne eines nachhaltigen und weitsichtigen Kinder- und Jugendmedienschutzes“, so Christoph Thiel.
Der Kinderschutzbund kritisiert, dass die meisten Betreiber sozialer Netzwerke bislang den Forderungen zur Nachbesserung nicht nachgekommen sind. „Umso wichtiger ist es, dass inzwischen die EU und der Bundesrat auf das Problem aufmerksam geworden sind. Denn in unseren Medienkursen erlebe ich es immer wieder, dass Kinder und Jugendliche Dinge von sich preisgeben, ohne sich über die möglichen Folgen im Klaren zu sein“, sagte Christoph Thiel abschließend. Mit seinen Kursen „Wege durch den Mediendschungel“ hilft der Kinderschutzbund Kindern, Eltern und Erziehenden die Wahrnehmung für die Risiken bei der Benutzung sozialer Netzwerke zu schärfen und die Kompetenz im Umgang mit „social media“ zu erhöhen.
Nähere Informationen unter www.kinderschutzbund-berlin.de.

Quelle: Pressemitteilung des Berliner Kinderschutzbundes vom 6.2.2012

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