Väter sitzen länger im Büro als Kinderlose
Väter, die Teilzeit arbeiten oder gar Hausmänner, die sich um die Kinder kümmern, sind heute keine Seltenheit mehr – oder eben doch? Das deutsche Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung fand kürzlich heraus, dass junge Väter meist sogar länger arbeiten als ihre kinderlosen Arbeitskollegen.
Bis zu zwei Stunden wöchentlich arbeiten Väter länger als ihre Kollegen ohne Kinder.
Auf dieses Ergebnis kam das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) dank «Mikrozensus 2010», einer Haushaltsbefragung vom vergangenen Jahr. Der Untersuchung zufolge arbeiten 25- bis 39-jährige Väter im Wochenschnitt zwei Stunden länger als ihre Kollegen ohne Kinder. Ebenfalls ein interessanter Trend zeigt sich bei den Arbeitszeiten der Ü40-Männer: Während Alleinstehende dann eher weniger arbeiten, steigt die Anzahl Arbeitsstunden bei Familienvätern sogar etwas an.
So festige sich die klassische Rollenverteilung in der Familiendynamik, erläutert Bujard gegenüber Spiegel Online. Ist also die Gleichberechtigung in der Arbeitswelt und das lockere, unkonventionelle Familienbild der Gegenwart etwa nur eine Illusion? So sei es dann doch nicht ganz, sagt Bujard. Väter seien generell durchaus bereit, ihr Engagement für die Familie auch mal in den Haushalt zu verlagern. «Um innerhalb der Familie für eine gerechtere Arbeitsverteilung zu sorgen, brauchen Väter offensichtlich Unterstützung und Anreize seitens der Liebsten.»
Quelle: Spiegel Online
Kinderschutzbund Schleswig-Holstein:
Betreuungsgeld setzt die falschen Anreize
Der Kinderschutzbund Schleswig-Holstein lehnt die Einführung eines Betreuungsgeldes ab. Die Vorsitzende des Kinderschutzbundes Schleswig-Holstein Irene Johns nimmt zum Betreuungsgeld wie folgt Stellung:
„Wer die Chancen sozial benachteiligter Kinder verbessern will, setzt mit dem Betreuungsgeld die falschen Anreize. Richtig wäre es, Kinder und Eltern durch den Ausbau der frühkindlichen Bildungs-, Betreuungs- und Erziehungsinfrastruktur und der Beratungs- und Bildungsangebote für Eltern zu fördern und zu stärken. Je früher ein Kind gefördert wird, desto höher sind seine Chancen, Bildung zu erwerben. Frühkindliche Bildung ist eines der Schlüsselfelder zur Gewährleistung gleicher Lebenschancen. In Deutschland ist der Zugang zu Bildungs- und Entwicklungsförderung ganz wesentlich abhängig von der sozialen und wirtschaftlichen Lage der Eltern, ihrem Bildungsgrad und gegebenenfalls einer Migrationserfahru ng. Das Bildungssystem schafft bei uns bisher keinen Ausgleich.
Zahlreiche Kitas und Verbände aus Thüringen, wo 2006 ein Betreuungsgeld eingeführt wurde, berichten, dass viele Kinder abgemeldet wurden, die besonders von der intensiven Förderung profitiert hätten. Ähnliche Erfahrungen werden aus Norwegen berichtet. Neben einer hervorragenden Betreuungsinfrastruktur gibt es dort ein Betreuungsgeld, das in voller Höhe nahezu ausschließlich von bildungsfernen Familien und Familien mit Migrationshintergrund in Anspruch genommen wird. Diese Kinder profitieren daher nicht von positiven, integrativen Erfahrungen und einer besseren Sprachförderung. Einen finanziellen Anreiz zu geben, Kinder nicht in die Kita zu schicken, hält der Kinderschutzbund für falsch. Daher: ein klares Nein zum Betreuungsgeld.“
Quelle: Pressemitteilung des Kinderschutzbundes Schleswig-Holstein vom 22.11.2011
Kein Zeitgefühl – Warum Kinder in der Trotzphase häufig „gleich“ und „sofort“ verwechseln
Ab zwei Jahren entdecken Kinder ihren eigenen Willen – und stellen Eltern mit ihrem Trotz vor harte Bewährungsproben. Beispiel: eine eruptive Explosion, weil das Kleine vermeintlich zu lange warten muss.
Dem können Eltern vorbeugen: „Zeitliche Ankündigungen nicht zu früh machen, sonst wird die Wartezeit zu lang“, rät die Diplom-Psychologin Doris Heueck-Mauß aus München im Apothekenmagazin „BABY und Familie“. Kinder haben noch keine Vorstellung von Zeit. „Gleich“ heißt bei ihnen „sofort“.
Statt zu sagen: „Wir gehen gleich auf den Spielplatz“, lieber erklären, was man noch erledigen muss, bis es losgeht.
Quelle
Apothekenmagazin „BABY und Familie“
Studie der BZgA zum Impfen im Kindesalter veröffentlicht
Wie denken Eltern über Impfungen im Kindesalter, was beeinflusst ihre Impfentscheidung und welchen Informationsbedarf haben sie? Antworten auf diese Fragen gibt eine aktuelle Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), für die bundesweit 3.000 Eltern von Kindern bis 13 Jahren zu ihrem Wissen und ihrer Einstellung zu Kinderimpfungen sowie zum Impfverhalten befragt wurden.
Wie die Studienergebnisse zeigen, lässt die Mehrheit (64 Prozent) der Eltern in Deutschland ihre Kinder ohne Vorbehalte impfen. Nur 1 Prozent der Eltern lehnt Kinderimpfungen grundsätzlich ab. Mehr als ein Drittel der Befragten (35 Prozent) hat sich jedoch aufgrund von Vorbehalten bereits gegen einzelne Impfungen für ihr Kind entschieden. Knapp die Hälfte von ihnen hielt die ausgelassene Impfung für unnötig, 40 Prozent hatten Angst vor Nebenwirkungen. Unabhängig von der Einstellung zum Impfen sind Infekte des Kindes zum geplanten Impfzeitpunkt der häufigste Grund dafür, einzelne Impfungen schon einmal ausgelassen zu haben (60 Prozent).
Wie aus der Studie zudem hervorgeht, befürworten nahezu alle Eltern (95 Prozent), dass offizielle Impfempfehlungen von der Ständigen Impfkommission (STIKO) ausgesprochen werden. 88 Prozent der Befragten versuchen, sich an diese Empfehlungen zu halten.
„Die Mehrheit der Eltern steht Kinderimpfungen zwar positiv gegenüber. Doch vor allem bei Masern, Keuchhusten und Hepatitis B ist der Impfschutz von vielen Kindern noch immer lückenhaft“, sagt Prof. Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. „Die bevorstehenden Sommermonate, in denen die Kinder seltener krank sind, bieten eine gute Gelegenheit, fehlende Impfungen nachzuholen.“
Wie die BZgA-Studie ferner zeigt, wirkt sich die Einstellung der Eltern zum Impfen deutlich auf ihr Impfverhalten aus. So liegen bei den meisten Impfungen die abgefragten Impfquoten bei Kindern von Eltern mit Vorbehalten um 6 bis 14 Prozent niedriger als bei Kindern, deren Eltern keine Vorbehalte gegenüber dem Impfen äußern.
Auch Wissensdefizite sind verbreitet: Obwohl wissenschaftlich widerlegt, befürchtet jeder fünfte Befragte, dass Impfungen die Entstehung von Allergien begünstigen können. 68 Prozent aller Eltern glauben zudem immer noch, dass es gut für die Entwicklung sei, wenn das Kind Krankheiten durchstehen muss und mehr als jeder dritte Erziehungsberechtigte (38 Prozent) hält Masern für nicht gefährlich. Dies ist vor allem vor dem Hintergrund der aktuell stark steigenden Maserninfektionen in Deutschland besorgniserregend. Dabei sind Masern keine harmlose Kinderkrankheit, sondern können zu schwerwiegenden gesundheitlichen Komplikationen führen – ein Risiko, das durch Impfungen im Kindes- und Erwachsenenalter vermeidbar ist.
98 Prozent der Eltern möchten zum Thema Kinderimpfungen von der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt bzw. von einer medizinischen Fachkraft (90 Prozent) informiert werden. Auch Informationsbroschüren und Faltblätter zu Impfungen sind bei vielen Eltern gefragt (81 Prozent). Das Internet gewinnt immer mehr an Bedeutung. So beabsichtigen 59 Prozent der Befragten, künftig diesen Informationsweg zu nutzen. Die BZgA stellt daher zusätzlich zu verschiedenen Printmedien, die auch über gezielte Versandaktionen der Ärzteschaft zur Verfügung gestellt werden, umfangreiche Informationen auf ihrem Internetportal www.impfen-info.de bereit.
„Um eine kompetente Impfentscheidung für ihr Kind treffen zu können, benötigen vor allem Eltern mit Vorbehalten profunde Informationen. Ärztinnen und Ärzte sind dabei die wichtigsten Ansprechpartner. Deshalb werden wir die Ärzteschaft auch zukünftig mit Informationsmaterial und Arbeitshilfen bei der Information von Eltern unterstützen“, erklärt Prof. Dr. Pott.
Die Ergebnisse der Elternbefragung „Impfungen im Kindesalter“ (2011) stehen unter http://www.bzga.de/forschung/studien-untersuchungen/studien/ zum Download bereit.
Quelle: Pressemitteilung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) vom 20.5.2011
Fahrradhelm wird zur tödlichen Gefahr
Helmtragen beim Spielen auf dem Spielplatz ist gefährlich
Beim Spiel auf dem Spielplatz hatte ein achtjähriges Mädchen in Oberhausen seinen Fahrradhelm nicht abgesetzt. Sie ist damit in den Maschen einer Hängebrücke hängen geblieben und hatte sich so stranguliert. Am 30. März ist sie ihren schweren Verletzungen erlegen. „So ein tragischer Unfall kann vermieden werden, wenn Eltern und ältere Kinder darauf achten, dass beim Spiel auf dem Spielplatz immer der Helm abgenommen wird“, sagt Martina Abel von der Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e.V. heute in Bonn. „So richtig und wichtig ein Helm beim Fahrradfahren ist, so gefährlich kann er werden, wenn er nicht zur rechten Zeit auf dem Spielplatz abgesetzt wird.“
Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e.V.
Die Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Mehr Sicherheit für Kinder e.V. mit Sitz in Bonn ist ein bundesweit tätiger Verein. Die BAG informiert durch Veröffentlichungen auf ihrer Webseite www.kindersicherheit.de und in ihrem Internetforum www.elternforum-kindersicherheit.de über Kinderunfälle und deren Verhütung und gibt zahlreiche Broschüren zur Kindersicherheit heraus. Gemeinsam mit dem Hauptförderer Johnson & Johnson und unterstützt durch das Bundesministerium für Gesundheit setzt sich die BAG dafür ein, Kinderunfälle zu reduzieren, innovative Präventionsmaßnahmen für Heim und Freizeit sowie Kooperationen auf nationaler und internationaler Ebene voran zu bringen. Mitglieder sind unter anderem Ärzte- und Sportverbände sowie Rettungsorganisationen und technische Dienstleister.
Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e. V.
Heilsbachstr. 13
53123 Bonn
Tel. (0228) 688 34-0
Eltern-Hotline 688 34-34
Elterngeld: Väterbeteiligung im Jahresverlauf 2009 weiter gestiegen
Der Anteil der Väter, die Elterngeld in Anspruch nehmen, ist auch im Jahresverlauf 2009 weiter gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, haben Väter bei rund 157.000 der insgesamt 665.000 im Jahr 2009 geborenen Kinder Elterngeld bezogen. Dies entspricht einer Väterbeteiligung von 23,6 Prozent. Wie bereits im Jahr 2008, ist die Väterbeteiligung im Zeitverlauf angestiegen; und zwar von 23,0 Prozent im ersten Quartal auf 23,9 Prozent im dritten und vierten Quartal. Mütter bezogen in durchschnittlich 96 Prozent der Fälle Elterngeld.
Am häufigsten bezogen nach wie vor Väter in Sachsen (30,7 Prozent) Elterngeld, gefolgt von Bayern (30,2 Prozent) und Berlin (29,6 Prozent). In Sachsen stieg die Väterbeteiligung von 29,9 Prozent im ersten auf 32,0 Prozent im vierten Quartal 2009. Die mit Abstand geringste Inanspruchnahme des Elterngeldes gab es bei Vätern im Saarland (14,0 Prozent). Aber auch hier stieg die Quote an: von 12,2 Prozent im ersten auf 14,9 Prozent im vierten Quartal.
Veränderungen bei der Dauer der Inanspruchnahme gab es kaum. Nach wie vor bezogen drei von vier Vätern Elterngeld für maximal zwei Monate. Der Anteil der Väter mit einer zweimonatigen Bezugsdauer an allen Vätern mit Elterngeldbezug ist im Jahr 2009 gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen, und zwar von rund 72 Prozent auf fast 75 Prozent. Mütter bezogen weiter in neun von zehn Fällen das Elterngeld für zwölf Monate.
Der durchschnittliche Elterngeldanspruch von Vätern, die vor der Geburt des Kindes erwerbstätig waren, lag im ersten Bezugsmonat bundesweit bei 1.171 Euro und damit mehr als ein Drittel (36 Prozent) höher als der vergleichbare Anspruch bei Müttern (861 Euro). Während der Anspruch bei Vätern sich im ersten Bezugsmonat um 40 Euro (+ 3,5 Prozent gegenüber 2008) erhöhte, stieg der Anspruch bei den Müttern um durchschnittlich 17 Euro beziehungsweise 2,0 Prozent.
Detaillierte Ergebnisse der Elterngeldstatistik für im Jahr 2009 geborene Kinder sind abrufbar im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes (www.destatis.de/publikationen) unter dem Stichwort „Elterngeld“. Bei der Elterngeldstatistik steht die rückwirkende Betrachtung der beendeten Leistungsbezüge im Vordergrund. Aussagen über die aktuelle Inanspruchnahme des Elterngeldes sind damit nicht möglich.
Quelle: ots-Originaltext: Statistisches Bundesamt vom 19.5.2011
Kindernothilfe: Mehr Gesundheitsvorsorge
für HIV-positive Mütter und Kinder
Die mangelhafte medizinische Versorgung für HIV-positive Frauen und ihre Kinder in vielen Ländern hat gravierende Folgen. Darauf macht die Kindernothilfe anlässlich des Weltgesundheitstages am 7. April aufmerksam.
Jeden Tag wird das Virus weltweit an über 1.000 Kinder übertragen, fast ausschließlich über ihre erkrankten Mütter. So haben in Afrika zwei Drittel aller HIV-positiven schwangeren Frauen keinen Zugang zu angemessenen Tests und Medikamenten. Dort könnte mittelfristig die Übertragungsrate auf rund zwei Prozent reduziert werden, wenn alle betroffenen Frauen wie in Deutschland Zugang zur Aidstherapie hätten.
Die weltweiten Sparprogramme bedrohen jetzt die zuletzt erkennbaren Fortschritte bei der Vermeidung der Mutter-Kind-Übertragung. „Kinder aus von Armut und Aids betroffenen Familien haben keine Lobby“, kritisiert Frank Mischo, Kindernothilfe-Aids-Experte. „Nur so ist es zu erklären, dass die Chance vertan wird, mit einer rechtzeitigen Behandlung von Schwangeren das Leben tausender Frauen und Kinder zu retten und zu verhindern, dass immer mehr Mädchen und Jungen zu Waisen werden“, so Mischo.
Die Kindernothilfe fordert daher mehr staatliche Mittel für werdende Mütter, um einen ausreichenden Zugang zu angemessener Gesundheitsvorsorge und HIV-Therapie sicherzustellen. Ohne eine zusätzliche finanzielle Anstrengung wird in den nächsten Jahren die Zahl der von HIV und Aids betroffenen Kinder wie auch die entstehenden Kosten dramatisch ansteigen.
Die Kindernothilfe unterstützt seit Jahren zahlreiche Projekte in Indien sowie im östlichen und südlichen Afrika, die von HIV/Aids betroffene Kinder und Familien im Fokus haben. Nähere Informationen unter: www.kindernothilfe.de
Quelle: Presseinformation der Kindernothilfe vom 6.4.2011
DHV begrüßt Stärkung der Familienhebammen
Das Gespräch des Deutschen Hebammenverbandes im Familienministerium hat Wirkung gezeigt. Familienministerin Kristina Schröder legte am 13. Dezember einen Gesetzesentwurf vor, um die Arbeit der Familienhebammen ab 2012 mit jährlich 30 Millionen Euro zu unterstützen. Der Hebammenverband begrüßt diesen Gesetzesentwurf, um den Kinderschutz im Land zu verbessern.
Gleichzeitig weist der Verband darauf hin, dass originäre Hebammenarbeit schon immer „Frühe Hilfe“ war und ist. Zu den Aufgaben originärer Hebammenarbeit gehört ein aufsuchendes, niedrigschwelliges Hilfsangebot. „Und das wird auch in Zukunft so bleiben“, so die Präsidentin des Hebammenverbandes, Martina Klenk. Die medizinische Betreuung von Mutter und Kind ist nur eine Facette unseres Leistungsangebotes. Die emotionale und psychosoziale Begleitung im Umbruch zur Elternschaft gehört ebenfalls zu den Kernaufgaben der Hebammenarbeit. Eine achtsame Betreuung vom Beginn der Schwangerschaft bis zum Ende der Stillzeit verstehen wir Hebammen als einen gesellschaftlich relevanten Beitrag zur Frauen- und Familiengesundheit. Durch kompetente Hebammenbegleitung werden Mütter und Väter in der sensiblen Bindungsphase gestärkt und die Familienbildung bis zum ersten Geburtstag des Kindes unterstützt. Erst wenn sich zei gt, dass eine Familie aufgrund ihrer besonderen Lebenslage weitergehende Unterstützung braucht, die über das Hilfsangebot der originären Hebammenarbeit hinausgeht, wird eine Familienhebamme vermittelt“, so die Präsidentin. Das Angebot der Familienhebammen richtet sich deshalb vorwiegend an Menschen in besonderen Lebenslagen.
Die Praxis zeigt, dass das beratende und begleitende Angebot durch Familienhebammen sehr gut angenommen wird und langfristig vermutlich erfolgreicher sein wird, als Sanktionen und Strafen im Namen des Kinderschutzes.
Hebammen und Familienhebammen genießen besonderes Vertrauen der Frauen und Familien, da ihr Angebot auf Unterstützung ausgerichtet ist und sie der Schweigepflicht unterliegen. Informationen unter www.hebammenverband.de
Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Hebammenverbandes e.V. vom 14.12.2010
Empfehlungen zur Prävention von sexuellem Missbrauch
Der Deutsche Caritasverband (DCV) hat Empfehlungen zur Prävention von sexuellem Missbrauch und zum Verhalten bei Missbrauchsfällen herausgegeben. Sie richten sich insbesondere an die Dienste und Einrichtungen der Caritas in der Kinder- und Jugendhilfe und der Behindertenhilfe, aber auch an andere Dienste, in denen besondere Abhängigkeitsverhältnisse bestehen.
Die Empfehlungen enthalten Regelungen zur Prävention sexuellen Missbrauchs, die dazu beitragen sollen, Risiken frühzeitig zu erkennen und sie ansprechen zu können. Dazu gehören eine vorsorgende Personalpolitik, klare Verhaltensregeln für Mitarbeitende und eine Stärkung der Rechte von Schutzbefohlenen bzw. ihrer Angehörigen. Die Empfehlungen fordern einen sensiblen Umgang mit Fragen von Nähe und Distanz in der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und behinderten Menschen. Bei Hinweisen auf sexuellen Missbrauch bzw. bei einem begründeten Verdacht stehen das Wohl der Schutzbefohlenen und die konsequente Aufklärung im Zentrum der Empfehlungen. Die Zusammenarbeit mit den Strafverfolgungsbehörden ist eindeutig geregelt.
Die Empfehlungen knüpfen an eine langjährige verbandliche Diskussion und vielfältige Initiativen im Umgang mit dieser Thematik an. In zahlreichen Einrichtungen und Diensten der Kinder- und Jugendhilfe sowie der Behindertenhilfe gibt es bereits Material zum Thema und Schulungs- und Supervisionsangebote für Mitarbeitende zu Fragen in diesem Kontext.
Die Empfehlungen des DCV wollen einen Beitrag leisten, die Diskussion in den Einrichtungen und Diensten, die sich dem Wohl von Kindern, Jugendlichen und Menschen mit Behinderung verpflichtet sehen, dahin gehend anzuregen, Strukturen zu überprüfen und zu einer verstärkten Auseinandersetzung mit diesem Thema einzuladen. Die Empfehlungen wurden in Abstimmung mit den Diözesan-Caritasverbänden und mit Fachverbänden erarbeitet. In einem zweiten Schritt werden vorhandene Materialien zum Thema zusammengestellt und sollen so den Austausch innerhalb des Verbandes fördern und die Verantwortlichen in den Einrichtungen in ihrer Arbeit unterstützen.
Die Empfehlungen sind zu finden unter:
www.caritas.de/2340.asp
Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Caritasverbandes e.V. vom 27.4.2010
Zukunftspläne
In der Schwangerschaft hatte ich sehr viel Zeit zum Nachdenken. Meine Verwandtschaft auch. Um mich herum wurden diverse Pläne geschmiedet, aber mich fragte weiter keiner.
Rückblickend war ich noch ein Kind, aber ich bekam ein Baby. Hin und her gerissen zwischen Wunsch und Wirklichkeit saß ich da. Wir waren das, was man heute ein Patchworkfamilie nennt. Die Familien meiner beiden Mütter, waren dermaßen unterschiedlich geprägt, dass ich immer für einen Teil von ihnen etwas falsch machte. Nun wohnte ich aber bei der “richtigen” Familie, hörte nichts von meinem Vater, den Geschwistern und auch nicht von seiner Frau.
Also fühlte ich mich ihnen verplichtet. Unterschwellig wurde auch tagtäglich daür gesorgt, dass ich nie vergaß wie dankbar ich zu sein hatte.
Im Haus meiner Oma wurde eine Dachwohnung frei. Sie war möbliert und dort sollte ich einziehen. Dieses Haus war damals schon uralt, kalt und feucht. Es gab einen Kohleofen, der ständig ausging. Im Winter hatte man Eiszapfen am Fenster und im Sommer ging man da oben ein.
Meine Oma war zunächst nur mäßig begeistert.
Und ich? Horror! Mir standen die Haare zu Berge!!
Ich hasste damals schon Abhängigkeiten.
Also plante ich alleine vor mich hin. Im Februar war der Errechnete Termin. Im März wurde die Wohnung frei, und ich ergab mich zunächst meinem Schicksal.
Nunja, nicht so ganz, denn ein Anruf in einem der Krankenhäuser öffnete mir eine winzige Tür. Sie suchten dringend eine Hebamme. Allerdings viel früher, sofort und am besten gestern.
Trotzdem schwebte ich auf Wolken, soweit es mit dickem Bauch möglich war. Meine Hoffnung war, dass in diesem alten Gemäuer so schnell keine Kollegin arbeiten wollen würde. Eine kleine Stadt am Rande der Ruhrgebiets war und ist sicher auch nicht sonderlich attraktiv.
Blieb noch das neue Haus. in dem ich mein Kind bekommen wollte.
