“Normale Geburt soll mehr Anerkennung erfahren”

Dr. Christiane Krüger
Pressestelle

Hochschule für Gesundheit

27.06.2011 12:44
„Die physiologische Geburt, die umgangssprachlich oft als normale Geburt bezeichnet wird, muss in Deutschland wieder eine größere gesellschaftliche Anerkennung und Bedeutung erfahren. Es ist nachweislich so, dass eine physiologische Geburt bei gesunden Schwangeren und Gebärenden gefördert wird, wenn die Frauen im Kreißsaal ausschließlich von Hebammen betreut werden. Die Betreuung durch Hebammen wirkt sich positiv auf die Gesundheit und das Wohlbefinden von Mutter und Kind aus. Hierdurch werden medizinische Interventionen signifikant seltener eingesetzt“, sagte Prof. Dr. Nicola Bauer heute in Bochum.
Die im April 2010 an die Hochschule für Gesundheit (hsg) in Bochum berufene Professorin für Hebammenwissenschaft hat auf dem Internationalen Hebammenkongresses vom 19. bis zum 23. Juni in Durban (Südafrika) die Ergebnisse ihrer Promotion vorgestellt, die ihre Forderung untermauern.

Bauer: „Die meisten schwangeren Frauen benötigen bei der Geburt kein medizinisches Eingreifen. Denn nach den Kriterien der World Health Organization sind etwa 70 bis 80 Prozent aller Schwangeren bei Geburtsbeginn als gesund einzustufen. Dennoch steigt die Zahl der geburtshilflichen Interventionen und Kaiserschnitte in Deutschland sowie weltweit an. In Deutschland erleben nur 8,2 Prozent der gesunden Schwangeren eine Geburt ohne medizinisches Eingreifen“.

In ihrer Dissertation mit dem Titel „Das Versorgungskonzept Hebammenkreißsaal und die möglichen Auswirkungen auf Gesundheit und Wohlbefinden von Mutter und Kind“ belegt Bauer, dass sich gesunde Schwangere, die während der Geburt von Hebammen in einem Hebammenkreißsaal im klinischen Setting betreut werden, nachweisbar seltener medizinische Interventionen oder einen Kaiserschnitt erhalten, dass sie im Geburtsverlauf häufiger ihre Position wechseln und häufiger eine alternative Geburtsposition zur Geburt ihres Kindes einnehmen. „Die Hälfte der Schwangeren in meiner Studie, die im Hebammenkreißsaal betreut werden, erleben eine interventionsfreie Geburt, also eine physiologische Geburt. In der Vergleichsgruppe im ärztlich geleiteten Kreißsaal waren es nur 22,6 Prozent“, erläutert Prof. Bauer.

In ihrer Doktorarbeit untersuchte Nicola Bauer das in Deutschland neue Versorgungskonzept Hebammenkreißsaal anhand einer Studie. Hierbei wurden die Auswirkungen des Versorgungskonzeptes Hebammenkreißsaal im Vergleich zum üblichen, ärztlich geleiteten Kreißsaalmodell verglichen. Frauen der Hebammenkreißsaal-Gruppe haben deutlich häufiger spontan geboren und eine signifikant niedrigere Kaiserschnittrate als Frauen in der Arztkreißsaal-Gruppe. Auch beim Stillen gab es nachweislich Unterschiede in den beiden Gruppen: Von Hebammen betreute Frauen stillen häufiger. 72,8 Prozent der Frauen in der Hebammenkreißsaal-Gruppe stillten noch acht Wochen nach der Geburt ihr Kind ausschließlich. In der Kontrollgruppe waren es nur 47,4 Prozent. Der Gesundheitsstatus des Neugeborenen wies direkt nach der Geburt keine signifikanten Unterschiede auf.

„International sind in den Industrieländern steigende Raten von Kaiserschnitten sowie medizinischen Interventionen während der Geburt zu verzeichnen. Dies wird von Hebammenwissenschaftlerinnen weltweit mit großer Sorge wahrgenommen und kritisiert“, fasst Prof. Bauer ihre Eindrücke aus Durban zusammen.

Weitere Informationen:

GrünenFraktion: Leistungen bei Schwangerschaft u. Geburt

„zeitgemäß ausgestalten“


Die Regelungen zu Schwangerschaft und Geburt für Versicherte der Gesetzlichen Krankenversicherungen sollen nach dem Willen der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen von der Reichsversicherungsordnung (RVO) in das Fünfte Sozialgesetzbuch (SGB V) überführt und dabei „umfassend überarbeitet“ werden.

Vielen Schwangeren seien ihre gesetzlichen Ansprüche auf die Unterstützung durch Hebammen in der Schwangerschaft, während der Geburt sowie im Wochenbett und der Stillzeit nicht bekannt, heißt es in einem Antrag der Fraktion. Dies hänge auch damit zusammen, dass die Regelungen zu Schwangerschaft und Geburt für diese Versicherten in der RVO „faktisch nicht auffindbar“ seien. Auch würden die Regelungen der RVO „weder der Praxis noch den zeitgemäßen Anforderungen an eine gesetzliche Regelung gerecht“.

Es fehlten unter anderem eine gesetzliche Definition der Hebammenhilfe, die „Benennung aller Geburtsorte (Klinik, Geburtshaus, Hausgeburt)“ sowie „Leistungsansprüche bei der Adoption von Säuglingen oder für Väter. wenn die Mutter verstirbt, nicht verfügbar oder nicht in der Lage ist, den Säugling zu versorgen“, bemängeln die Abgeordneten. Ebenso wenig sei geregelt, dass Schwangere einen „Anspruch auf die Begleitung durch Hebammen bei späten Abbrüchen und dem sich anschließenden Wochenbett haben“. Zudem sollten neben medizinischen auch psychosoziale Aspekte wie etwa die Förderung der Mutter-Kind-Bindung aufgenommen werden.
Weiter fordert die Fraktion in dem Antrag die Bundesregierung auf, „schnellstmöglich“ einen Gesetzentwurf vorzulegen, der die im SGB V geregelte Berücksichtigung der „berechtigten wirtschaftlichen Interessen der freiberuflich tätigen Hebammen bei den Vergütungsverhandlungen mit den gesetzlichen Krankenkassen konkretisiert, um eine angemessene Honorierung von Hebammen zu gewährleisten“. Ferner solle die Regierung unter anderem Vorschläge unterbreiten, wie „die Sicherstellung der Versorgung von Schwangeren vor, während und nach der Geburt durch Hebammen gewährleistet werden kann“.

Quelle: heute im bundestag vom 23.3.2011

Die nächste Station

war der Kindersaal.

Im Schnitt mit fünfzig Neugeborenen belegt.  Dort hat es mir gut gefallen. Nicht nur wegen der Babys, sondern weil ich endlich etwas lernte und viel “machen” durfte.

Putzen gehörte auch dazu, aber eben nicht nur. Wie überall war das Personal knapp, weil es ja uns Schülerinnen gab. Aber die komische Oberschwester war anderweitig  beschäftigt , und so durften wir alles tun, was eben anfiel.

Babys baden, damals noch jeden Morgen. Nabelpflege, Kinder zu den Müttern bringen, sogar mit ihnen sprechen. Mit den Müttern natürlich :-)

Säuglingspflege, wiegen, Kurven führen. Für mich wichtige Dinge, weil sie schon mit etwas Verantwortung verbunden waren. Wir hatten dort zwei Kindersäle, wovon einer auch über Inkubatoren, Wärmebettchen usw. verfügte.

Im Nachtdienst waren zwei Schülerinnen, und wir gingen im Wechsel immer mal wieder zur anderen Station. Hach……. das war toll. Und ich war still, in der Hoffnung dort “vergessen” zu werden.

Im Nachhinein gesehen haben wir zu der Zeit wenig bis Nichts über das Stillen gelernt. Das war nicht angesagt. Fast alle Mütter stillten nicht. Natürlich wurden damals vorhandene Grundkenntnisse vermittelt, aber mehr auch nicht.

Neben der Schule war ich immer noch schwer beschäftigt, und hatte auch noch einen Freund, der aus Schleswig- Holstein kam. Meine nicht vorhandenen Kenntnisse in Sexualkunde haben sich drastisch verbessert.

Theoretisch im Unterricht meine ich natürlich!

Etwas Praxis hatte ich schon vorher. Der erwähnte Freund hat die Theorie vertieft, und ich mußte immer neue Wege finden, nicht erwischt zu werden.

Vermeiden ließ sich das leider nicht immer. Die Schuloberschwester hat mich in der Beziehung nie vergessen.

Im Kindersaal aber schon, denn ich blieb dort sechs Monate.

Ich fand es toll, aber gut für die Ausbildung war es nicht. Mir war dieser Umstand nicht wirklich klar, aber das kam dann noch. Heute weiß ich auch, dass ich mitnichten vergessen wurde.

Posted by Hebamme4u under Sonstiges Tags: , ,  •  No Comments