Nicht zu fassen:

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Das Verbrauchermagazin Öko-Test hat 17 Instant-Tees für Neugeborene unter die Lupe genommen und kommt zu keinem guten Ergebnis: Nur ein Tee wurde als “sehr gut” beurteilt, zwei Tees erhielten die Note “gut”. Mit “mangelhaft” oder “ungenügend” sind gleich acht Produkte durchgefallen. Viele der untersuchtes Tees enthalten Zucker oder ähnliche Stoffe wie z.B. Traubenzucker (Glukose), Glukosesirup, Milchzucker oder Maltodex- trin. Außerdem entdeckte das Labor in fast jeder Tee-Probe Mineralöl und in manchen Tees wurden sogar Pestizidrückstände nachgewiesen. Die untersuchten Produkte stammten aus Supermärkten, Bio-Läden, Drogeriemärkten und Apotheken.

 

Das Verbrauchermagazin kritisiert, dass Babytees überhaupt Zucker (welcher Form auch immer) zugesetzt wird und das in Mengen, die nicht zu rechtfertigen sind. Teilweise entsprechen die Kohlenhydrate in einem Tee vom Gewicht her bis zu 16 Stück Würfelzucker pro Liter. Die Experten weisen ausdrücklich darauf hin, dass nicht immer ersichtlich ist, ob in einem Babytee Zucker enthalten ist, denn nicht jeder zucker-ähnliche Stoff muss als Zucker deklariert werden, obwohl die chemische Struktur sehr ähnlich ist. Das gilt z.B. für Maltodextrin, eine Substanz, die aus sehr kleinen Bruchstücken von Stärke gewonnen wird. Manche dieser Bruch- stücke sind so klein, dass sie mit den Grundbausteinen von Zucker identisch sind. Öko-Test weist in diesem Zusammenhang auf einen Anbieter (Alete) eines Fenchel-Tees hin, der sogar auf der Verpackung mit den Worten “ohne Zuckerzusatz” wirbt, obwohl der Tee Maltodextrin enthält. Maltodextrin kann genauso wie Zucker zu Karies führen. Im Alete Bio-Fenchel-Tee (ungesüßt) wurden zudem Rückstände des Pestizids Azoxystrobin nachgewiesen, die über der zulässigen Menge liegen.

Ein weiterer Kritikpunkt ist das in fast allen Beuteltees nachgewiesene Mineralöl. Nur ein Tee (Lebensbaum Family Babytee Kräutermischung) war frei von Mineralölrückständen. Es ist zu vermuten, dass diese mit großer Wahrscheinlichkeit von Druckfarben auf der Verpackung stammen. Auch in anderen, in Kartons verpackten Lebensmitteln wie z.B. Cornflakes oder Reis hat das Verbrauchermagazin in der Vergangenheit solche Rückstände gefunden. Diese können auf Lebensmittel übergehen und können vom Körper nur schwer ausgeschieden werden, so dass sie sich dort anreichern und eventuell zu gesundheitlichen Problemen führen.

Experten zufolge befinden sich in jedem menschlichen Körper vermutlich einige Gramm dieser Rückstände. Noch gibt es wenige wissenschaftliche Untersuchungen zu den möglichen Folgen und Risiken, die diese Rück- stände bergen. Allerdings warnt das Bundesinstitut für Risikobewertung davor, dass bestimmte Bestandteile von Mineralöl Leber, Herzklappen und Lymphknoten schädigen können und andere Bestandteile sogar krebserregend sind. Auch die Deklaration der Tees lässt zu wünschen übrig: So fehlen auf 10 der 17 Produkte im Test wichtige Warnhinweise wie z.B. die Information, dass Dauernuckeln Zahnschäden verursachen kann. Vier Hersteller vermerken explizit auf ihren Verpackungen, dass sie keine Farbstoffe, Konservierungsstoffe oder künstliche Aromen verwen- den, dabei sind diese Stoffe sowieso in Babynahrung verboten.

Testsieger und der einzige “sehr gute” Tee im Test von Öko-Test wurde der “Bauchwohl-Tee” von Milupa, der mit 0,24 Euro pro Liter nicht nur zu den preiswertesten Produkten im Test gehört, sondern auch keine bedenklichen Inhaltsstoffe und keinen Zucker enthält. (mh)

Quelle: dailygreen

Hypoallergene Babymilch bringt nichts Expertin: Toleranz entsteht erst bei Kontakt mit Allergenen

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Mit hypoallergener Babynahrung hofften Eltern bisher, das Allergierisiko ihres Kleinkindes nach Ende der Stillzeit zu senken. Außer einer Beruhigung der Eltern bewirken die Spezialprodukte jedoch nichts, zeigen australische Forscher. Wie sie im “Journal of Allergy and Clinical Immunology” berichten, haben hypoallergen gefütterte Säuglinge später genauso oft Allergien wie Kuhmilchtrinker – was auch für Kinder aus Risikogruppen gilt.

Kein Vorteil zu Kuhmilch

“Erst seit wenigen Jahren weiß man, dass die lange Vermeidung des Kontakts mit Allergenen langfristig kontraproduktiv ist. Wenn Kinder hingegen etwa eine steigende Dosis von Erdnüssen zu sich nehmen, kann ihr Immunsystem viel eher eine Toleranz entwickeln”, erklärt die Allergologin Fatima Ferreira von der Universität Salzburg http://www.uni-salzburg.at im pressetext-Interview. Die aktuelle Studie deute darauf, dass hydrolysierte Babynahrung keine derartige Toleranz erzeugt und somit auch keine Allergie-Prävention ist.

Die australischen Forscher um David Hill begleiteten 620 Kinder vom Neugeborenen-Alter bis zum Schuleintritt. Überprüft wurde in Allergietests, wie sich die gewählte Ernährungsform nach Ende der Stillzeit – zur Auswahl standen hypoallergene Produkte, Kuhmilch oder Babymilch aus Soja – auf die Ausprägung von Allergien auswirkte. Das Ergebnis: Für typische Reaktionen wie Ekzeme, Asthma oder Heuschnupfen machte es überhaupt keinen Unterschied, was die Kinder nach der Stillzeit bekommen hatten.

Bauernhof und Muttermilch

Schon ab dem vierten Lebensmonat sollten Kinder mit Allergie-auslösenden Nahrungsmitteln in Kontakt kommen, raten Kinderärzte (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/20100906002 ). Nicht Babys in steriler Umgebung, sondern Bauernkinder sind am besten vor Allergien gefeit, wobei Forscher Bestandteile von Heustaub als Trainer des Immunsystems identifiziert haben (siehe: http://pressetext.com/news/20100720026 ).

(UPDATE 22.07., 9:10 Uhr) Als beste Prävention gilt jedoch weiterhin die Muttermilch. Wie Forscher um Agnes Sonnenschein-van der Voort vom Erasmus Medical Center http://www.erasmusmc.nl im “European Respiratory Journal” belegen, reduziert das ausschließliche Stillen sechs Monate nach der Geburt asthmatische Erscheinungen wie pfeifende Atemgeräusche oder Verschleimung im frühen Kindesalter deutlich. 5.000 Kleinkinder wurden dazu bis zum fünften Lebensjahr jährlich untersucht.

UNICEF: Kinder in Ostafrika brauchen schnelle und massive Hilfe

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Köln, den 25.7.2011. Anlässlich des heutigen Treffens auf Einladung der Vereinten Nationen in Rom ruft UNICEF dazu auf, die Hilfe für Kinder in Ostafrika massiv zu verstärken. UNICEF-Direktor Anthony Lake richtet einen dringenden Hilfsappell an die Teilnehmer: “Dies ist eine Hungersnot der Kinder. Wir müssen sofort handeln, jeder Tag kann den Unterschied zwischen Leben und Tod ausmachen. Auch angesichts einer Hungersnot, die Millionen betrifft, zählt jedes einzelne Leben.”

Lake rief dazu auf, die unmittelbare Hilfe zu verstärken und den Familien auch langfristig zu helfen. In Somalia, Äthiopien, Kenia und Dschibuti sind bereits über 2,3 Millionen Kinder akut mangelernährt. Über 500.000 Mädchen und Jungen sind so ausgezehrt, dass nur sofortige Behandlung ihr Leben retten kann. In einigen von Hungersnot betroffenen Regionen von Lower Shabelle in Somalia sterben von 10.000 Menschen bereits 13 bis 20 pro Tag.

UNICEF weitet seine Hilfe deshalb massiv aus: Für heute Abend wird ein weiterer Hilfsflug in Nairobi erwartet. Er enthält Medikamente und medizinischen Bedarf, Notapotheken, Hebammenausstattung sowie Zucker-Salz-Mischung zur Behandlung von Durchfall. Insgesamt benötigt UNICEF für die Nothilfe in der Region bis Ende des Jahres nach jüngster Schätzung rund 300 Millionen Dollar.

Das tut UNICEF

In Somalia versorgt UNICEF die Kinder mit Zusatznahrung, Trinkwasser und Medikamenten: UNICEF arbeitet seit Jahren im Land und verfügt über ein Netzwerk von rund 100 Partnerorganisationen. UNICEF koordiniert auch die internationale Nothilfe für mangelernährte Kinder sowie die Trinkwasserversorgung. Im Süden Somalias ist UNICEF mit lokalen Mitarbeitern tätig. Allein seit Anfang 2010 wurden 100.000 mangelernährte Kinder in Hunderten von einfachen Ernährungszentren behandelt. 1,2 Millionen Menschen erhalten sauberes Trinkwasser. UNICEF unterstützt im Süden Somalias rund 300 Gesundheitsstationen und Krankenhäuser mit Medikamenten. In den nächsten zwei Monaten sollen 360.000 mangelernährte Kinder unter fünf Jahren Zusatznahrung erhalten.

In Kenia plant UNICEF in der Region Dadaab eine große Impfkampagne gegen Masern und Polio. Denn die geschwächten Kinder sind besonders anfällig für Infektionen.

Auch in Äthiopien und Dschibuti sind zusätzliche Impfkampagnen geplant. UNICEF versorgt die Flüchtlingsfamilien auch hier mit Zusatznahrung und sauberem Trinkwasser.

UNICEF ruft dringend zu Spenden für die Kinder in Ostafrika auf:

Spendenkonto: 300.000
Bank für Sozialwirtschaft Köln; BLZ 370 205 00
Stichwort: Ostafrika

http://www.unicef.de

Immunologische Sterilität verhindert Schwangerschaft

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Immunologische Sterilität

Wenn eine sogenannte immunologische Sterilität vorliegt, nimmt das Immunsystem die eigenen Ei- oder Samenzellen als Fremdkörper war und bekämpft sie.

Antikörper gegen eigene Eizellen

Bei manchen Frauen greift das Immunsystem die eigenen Eizellen an; es bildet Antikörper. Der Eisprung wird so vom eigenen Immunsystem verhindert und die Befruchtung der Eizelle ist nicht möglich.

Antikörper gegen eigene Spermien

Auch beim Mann kann eine immunologische Sterilität auftreten. In dem Fall werden die Spermien als Fremdkörper vom eigenen Immunsystem bekämpft, sobald sie außerhalb des Hodens mit Blut in Kontakt kommen. Die Folge: Die Spermien verklumpen und sind kaum noch beweglich. So können sie die Eizelle nicht mehr erreichen.

Immunologische Inkompatibiltät von Mann und Frau

Eine weitere Form der immunologischen Sterilität ist, dass im Sekret des Gebärmutterhalses oder in der Gebärmutterschleimhaut Antikörper gegen die Spermien des Mannes sein können. Auch in diesem Fall kann keine Befruchtung stattfinden und eine Schwangerschaft wird unmöglich.

In seltenen Fällen kann eine immunologische Sterilität auch zu einer Fehlgeburt führen: Dann wird der Embryo vom eigenen Immunsystem bekämpft, da er zu Hälfte das Genmaterial des Mannes in sich trägt.

Behandlung von immunologischer Sterilität

Eine immunologische Sterilität kann man durch eine Blutuntersuchung feststellen. Wenn eine immunologische Sterilität festgestellt wird, lassen Sie sich auf jeden Fall bei Ihrem Arzt über die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten beraten. Möglich kann eine aktive Immunisierung oder manchmal auch eine In-Vitro-Fertilisation sein.

Quelle: Familie.de

Hilfsangebote bei Essstörungen:

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BZgA veröffentlicht Online-Datenbank

 

 

Aktuelle Studien zeigen, dass schon bei einem Fünftel der 11- bis 17-Jährigen in Deutschland Hinweise auf eine Essstörung vorliegen. Welche Angebote es zur Prävention, Beratung und Behandlung von Essstörungen bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen gibt, war bislang jedoch wenig transparent.

Um eine wohnortnahe und flächendeckende Versorgung von Betroffenen, aber auch von Angehörigen zu unterstützen, hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf eine qualitätsorientierte Bestandsaufnahme aller Angebote im Bereich Essstörung durchgeführt. Auf dieser Grundlage hat die BZgA unter www.hilfe-essstoerungen.de eine Online-Datenbank eingerichtet, die 739 Einrichtungen mit Angeboten zur Prävention, Beratung und Behandlung von Essstörungen im gesamten Bundesgebiet enthält. Betroffene und Angehörige können darüber eine Einrichtung in ihrer Nähe und ihrem Bedarf entsprechend suchen.
Alle in der Datenbank aufgeführten Angebote wurden im Rahmen der Bestandsaufnahme anhand von festgelegten Qualitätskriterien analysiert. Diese umfassten etwa die Erreichbarkeit der Einrichtung, die Sprechzeiten, das Vorhandensein von Kooperationen mit anderen Einrichtungen und die Anwendung interdisziplinärer Arbeitsformen.
„Essstörungen belasten Familien oft sehr. Meist können sie das Problem nicht allein bewältigen und benötigen professionelle Unterstützung. Mit Hilfe unserer Datenbank können nun Betroffene und ihre Angehörigen ein qualifiziertes Beratungs- oder Behandlungsangebot in der Nähe ihres Wohnortes finden“, erklärt Prof. Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. „Auch Lehr- und Mittlerkräfte können die Datenbank nutzen und sich einen Überblick über Präventionsangebote zu Essstörungen machen. Das erleichtert es ihnen, diese Angebote beispielsweise in Schulen, Vereinen oder Jugendzentren zu nutzen.“
Die Datenbank wird regelmäßig aktualisiert und erweitert und kann unter www.hilfe-essstoerungen.de abgerufen werden. Weitere Informationen über Essstörungen und über die durchgeführte Bestandsaufnahme stehen auf der BZgA-Internetseite www.bzga-essstoerungen.de

 

Quelle: Pressemitteilung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) vom 4.07.2011

Wir brauchen Kitaplätze – kein Betreuungsgeld

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Das von der Regierungskoalition immer noch geplante Betreuungsgeld gehört endlich in den Papierkorb. Nach diesen Plänen würden Eltern, die ihr Kind ausschließlich zu Hause betreuen, ab 2013 ein monatliches Betreuungsgeld von 150 Euro erhalten. Kinder brauchen aber nicht ausschließlich ihre Eltern, sondern auch andere Kinder für ihre Entwicklung. Das ist bei der übergroßen Mehrzahl der Ein- und Zweikinderfamilien zu Hause gar nicht mehr der Fall.
Bis 2013 sollen für 35 Prozent der ein- und zweijährigen Kinder Betreuungsplätze entstanden sein. Schon das ist angesichts der gegenwärtigen Ausbaudynamik ein ehrgeiziges Ziel. Aber sogar 39 Prozent der Eltern wünschen sich einen Bildungs- und Betreuungsplatz für ihre Kinder. Ab 2013 haben sie ein Recht darauf und können den Anspruch einklagen.
„Wir sollten dem Ausbau der Betreuungs- und Bildungsstruktur ganz klar den Vorrang einräumen, das ist die Botschaft aller internationalen Vergleichsstudien“, sagt Christel Riemann-Hanewinckel, die Präsidentin der eaf. „Das Geld ist schon eingeplant, wir müssen es nur sinnvoll einsetzen, nämlich für den quantitativen und qualitativen Ausbau der Plätze für die ein- bis dreijährigen Kinder.“

Quelle: Pressemitteilung der Evangelischen Aktionsgemeinschaft für Familienfragen e. V. (eaf) vom 4.7.2011

Neuer Monat, neues Glück!

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Denken Sie an an das Gewinnspiel von Töpfer!! Jeden Monat tolle Gewinne!!

“Normale Geburt soll mehr Anerkennung erfahren”

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Dr. Christiane Krüger
Pressestelle

Hochschule für Gesundheit

27.06.2011 12:44
„Die physiologische Geburt, die umgangssprachlich oft als normale Geburt bezeichnet wird, muss in Deutschland wieder eine größere gesellschaftliche Anerkennung und Bedeutung erfahren. Es ist nachweislich so, dass eine physiologische Geburt bei gesunden Schwangeren und Gebärenden gefördert wird, wenn die Frauen im Kreißsaal ausschließlich von Hebammen betreut werden. Die Betreuung durch Hebammen wirkt sich positiv auf die Gesundheit und das Wohlbefinden von Mutter und Kind aus. Hierdurch werden medizinische Interventionen signifikant seltener eingesetzt“, sagte Prof. Dr. Nicola Bauer heute in Bochum.
Die im April 2010 an die Hochschule für Gesundheit (hsg) in Bochum berufene Professorin für Hebammenwissenschaft hat auf dem Internationalen Hebammenkongresses vom 19. bis zum 23. Juni in Durban (Südafrika) die Ergebnisse ihrer Promotion vorgestellt, die ihre Forderung untermauern.

Bauer: „Die meisten schwangeren Frauen benötigen bei der Geburt kein medizinisches Eingreifen. Denn nach den Kriterien der World Health Organization sind etwa 70 bis 80 Prozent aller Schwangeren bei Geburtsbeginn als gesund einzustufen. Dennoch steigt die Zahl der geburtshilflichen Interventionen und Kaiserschnitte in Deutschland sowie weltweit an. In Deutschland erleben nur 8,2 Prozent der gesunden Schwangeren eine Geburt ohne medizinisches Eingreifen“.

In ihrer Dissertation mit dem Titel „Das Versorgungskonzept Hebammenkreißsaal und die möglichen Auswirkungen auf Gesundheit und Wohlbefinden von Mutter und Kind“ belegt Bauer, dass sich gesunde Schwangere, die während der Geburt von Hebammen in einem Hebammenkreißsaal im klinischen Setting betreut werden, nachweisbar seltener medizinische Interventionen oder einen Kaiserschnitt erhalten, dass sie im Geburtsverlauf häufiger ihre Position wechseln und häufiger eine alternative Geburtsposition zur Geburt ihres Kindes einnehmen. „Die Hälfte der Schwangeren in meiner Studie, die im Hebammenkreißsaal betreut werden, erleben eine interventionsfreie Geburt, also eine physiologische Geburt. In der Vergleichsgruppe im ärztlich geleiteten Kreißsaal waren es nur 22,6 Prozent“, erläutert Prof. Bauer.

In ihrer Doktorarbeit untersuchte Nicola Bauer das in Deutschland neue Versorgungskonzept Hebammenkreißsaal anhand einer Studie. Hierbei wurden die Auswirkungen des Versorgungskonzeptes Hebammenkreißsaal im Vergleich zum üblichen, ärztlich geleiteten Kreißsaalmodell verglichen. Frauen der Hebammenkreißsaal-Gruppe haben deutlich häufiger spontan geboren und eine signifikant niedrigere Kaiserschnittrate als Frauen in der Arztkreißsaal-Gruppe. Auch beim Stillen gab es nachweislich Unterschiede in den beiden Gruppen: Von Hebammen betreute Frauen stillen häufiger. 72,8 Prozent der Frauen in der Hebammenkreißsaal-Gruppe stillten noch acht Wochen nach der Geburt ihr Kind ausschließlich. In der Kontrollgruppe waren es nur 47,4 Prozent. Der Gesundheitsstatus des Neugeborenen wies direkt nach der Geburt keine signifikanten Unterschiede auf.

„International sind in den Industrieländern steigende Raten von Kaiserschnitten sowie medizinischen Interventionen während der Geburt zu verzeichnen. Dies wird von Hebammenwissenschaftlerinnen weltweit mit großer Sorge wahrgenommen und kritisiert“, fasst Prof. Bauer ihre Eindrücke aus Durban zusammen.

Weitere Informationen:

SPD stellt sich gegen Einführung des Betreuungsgeldes

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Die SPD-Fraktion fordert die Bundesregierung auf, auf die geplante Einführung des Betreuungsgeldes ab dem Jahr 2013 zu verzichten. Stattdessen solle sie sich verstärkt für den bedarfsgerechten Ausbau von Betreuungs- und Bildungsangeboten für Kinder unter drei Jahren einsetzen. Die Sozialdemokraten berufen sich in ihrem Antrag (17/6088) auf verschiedene Studien, nach denen das Betreuungsgeld sozial-, integrations- und gleichstellungspolitisch verfehlt und verfassungsrechtlich problematisch sei. Der Gesetzgeber würde damit Anreize schaffen, die Bildungsbeteiligung von Kindern und die Erwerbstätigkeit von Eltern zu verringern statt zu erhöhen.

Quelle: heute im bundestag vom 14.6.2011

BAG Mehr Sicherheit für Kinder: Kinder vor schweren Stürzen schützen

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Stürze stellen eine große Gefahr für Säuglinge und Kleinkinder dar. Mehr als 123.000 Kinder unter fünf Jahren erleiden pro Jahr einen Sturzunfall, der ärztlich behandelt werden muss. Um Stürzen vorzubeugen, startet die Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Mehr Sicherheit für Kinder e.V. die Kampagne „Laufen. Springen. Klettern. Sicher geht das!“ am heutigen Kindersicherheitstag 2011. Unter der Schirmherrschaft von Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr wendet sich die Aufklärungskampagne an Eltern, Kinder, Erzieherinnen und Erzieher. Die Kampagne läuft bis zum Jahr 2014.
Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr sagt zum Start dieser Kampagne: „In den letzten Jahren haben wir in der Unfallprävention wichtige Erfolge erzielt. Weniger Kinder erlitten tödliche Unfälle. Aber dennoch ist gerade im Bereich Sturzprävention noch viel zu tun. Denn fast die Hälfte aller Kinderunfälle wird durch Stürze verursacht. Bei der Prävention von Stürzen geht es nicht darum, Kinder in ihrem natürlichen Bewegungsdrang einzuschränken. Denn wir wissen, Kinder mit großer Bewegungserfahrung sind besser vor Stürzen geschützt. Daher ist der Ansatz, die Fähigkeiten der Kinder zu stärken, genau richtig. Hier setzt die heute vorgestellte Kampagne an.“
Die meisten Unfälle ereignen sich im eigenen Zuhause. Schwere Stürze haben nach einer Studie des Robert Koch-Instituts zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in den meisten Fällen eine Schädel-Hirn-Verletzung für die Kleinen zur Folge. Außerdem sind sie nach Ersticken, Ertrinken und Wohnungsbränden die häufigste Todesursache bei kleinen Kindern und Säuglingen.
„Mit unserer Sturzkampagne wollen wir Kinder und Erwachsene gleichermaßen ansprechen. Kinder sollen vielfältige Bewegungserfahrungen machen, ihr Umfeld bewusster wahrnehmen und Risiken einschätzen lernen. Erwachsene müssen für mögliche Sturzgefahren sensibilisiert werden“, erklärt Dr. Stefanie Märzheuser, Präsidentin der Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e.V. und Kinderchirurgin an der Berliner Charité: „Darüber hinaus ist es wichtig, dass Erwachsene unkalkulierbare Risiken vermeiden und mit Kindern sicheres Verhalten üben.“
Die BAG fördert die Aufklärungskampagne mit dem Infoblatt „10 Regeln gegen Stürze“, mit Sicherheitsinformationen zu Produkten, die an Sturzunfällen beteiligt sind, und mit Tipps zur Vermeidung von Sturzunfällen in den Social Media. Kindertagesstätten erhalten Arbeitshilfen für Kita-Aktionen, um das Thema Stürze in den pädagogischen Alltag einzubinden.
Gleichzeitig sollen spielerische Angebote die Risikokompetenz von Kindern stärken, ihre motorischen Fähigkeiten fördern und das Gefahrenbewusstsein von kleinen Mädchen und Jungen schulen.
Weitere Informationen unter www.kindersicherheit.de

Quelle: Gemeinsame Pressemitteilung des Bundesministeriums für Gesundheit und der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Mehr Sicherheit für Kinder e.V. vom 9.6.2011